Hm… ob Piraten und Co. damit einverstanden sind, wenn ich in einem Buchgeschäft ein Buch nehme, es auf den Kopierer lege und vorsichtig kopiere, das Buch dann wieder zurückstelle und die Kopie mitnehme mit den Worten:
Die meisten Kommentare im Spreeblick sind eindeutig: Der Wahlsong der CDU ist grottenschlecht. In der Tat, es ist ein typischer Schlager, der allerdings recht harmonisch und gefällig daherkommt mit einem Refrain, den die Anhängerschaft der CDU auch nach ein paar Bier noch mitsingen kann.
Bei diesem Wahlkampf wird es nicht nur darum gehen, so viele Wählerstimmen wie möglich zu sammeln. Dieses Jahr, so sagt mir mein Gefühl, wird es vor allem darauf ankommen, überhaupt erst einmal seine eigene (Stamm)Wählerschaft zu mobilisieren und an sich zu binden, die Wanderbewegungen zu anderen Parteien zu verhindern. Die CDU spricht in meinen Ohren mit diesem Friede-Freude-Eierkuchen-Lied die eigene Wählerschaft zielgruppengerecht an, bietet ihr einen emotionalen Zugang zur Partei und befriedigt ein Harmoniebedürfnis, das bei vielen älteren Menschen durchaus vorhanden sein dürfte. Ob die CDU mit diesem Lied inhaltlich überzeugen will, glaube ich nicht mal. Die Botschaft im Lied ist simpel, die Wähler sollen nicht überfordert, sondern positiv zur CDU eingestellt werden. Wem das Lied gefällt, dem gefällt vielleicht auch die CDU. Und wenn an der Wahlurne keine sachlichen Argumente mehr helfen, dann vielleicht am Ende emotionale. Selbst mir gefällt die Melodie, sie verursacht gute Laune, und das ärgert mich.
Um die eigenen Wähler zu binden, ist der Song in meinen Augen ein cleverer Schachzug (Wer ist denn die Wählerschaft der CDU? Die Web 2.0-Generation etwa?). Wähler, die der CDU von Anfang an kritisch gegenüberstehen, wird auch der Song nicht überzeugen. Wenn die CDU ihre eigenen Wähler mobilisieren kann, braucht sie das auch nicht.
Was hat die SPD im Gegenzug ihren Wählern zu bieten?
Das Thema »Integration« ist eigentlich kein neues. Schon in der Antike haben Völker überlegt, wie sie andere, zumeist besiegte Völker in ihr Reich integrieren können. Über die damaligen Methoden und deren Erfolg mag man streiten. Wirklich erfolgreich war die Menschheit aber offenbar nicht, sonst würden wir heute nicht mehr so planlos diskutieren.
Integration muss sowohl von den Migranten und deren Kindern und der Mehrheitsgesellschaft angestrebt werden. Beide sind in der Pflicht, von beiden Gruppen hängt der Erfolg ab.
Ein Essay–Wettbewerb 2005 unter aktuellen und ehemaligen Stipendiaten hat eine Reihe von lesenswerten Aufsätzen hervorgebracht, die Integration aus Sicht von Migranten beschreiben und die vieles von dem, was ich selbst erlebt habe oder denke, enthalten. Im Gegensatz zu meinen letzten beiden Einträgen hier sind sie positiver und optimistischer formuliert. Die Gewinner–Essays sind als PDF–Datei herunterladbar.
Über die Diskussion um kriminelle jugendliche Ausländer habe ich bislang immer nur fassungslos den Kopf geschüttelt. Wieder versucht ein Politiker, am rechten politischen Rand nach Wählerstimmen zu fischen. Im Grunde ist es eine einzige »Ausländer raus«–Kampagne. Ohne Rücksicht auf die vielen Ausländer, die sich an deutsche Gesetze halten und nicht kriminell sind, sondern, im Gegenteil, häufig selbst Opfer von Diskriminierung werden. Ein abfälliger Blick, ein Zurückweichen. Man muss nicht viel Worte machen, um seine Abneigung zu zeigen.
Um ein Zitat von SPD–Chef Kurt Beck abzuwandeln: »Die Gastarbeiter, die ihre ganze Arbeitskraft in den Erfolg deutscher Unternehmen investiert haben, sind Herrn Koch und großen Teilen der CDU egal.«
Die letzte Woche stand beim ZDF unter dem Motto »Wohngemeinschaft Deutschland – Woche der Integration«. Zahlreiche Reportagen, Spielfilme, Gesprächsrunden und Shows sollten ein vielfältiges Bild dieser Wohngemeinschaft zeigen.
Am Freitag, den 09.11.2007, kurz vor der Ausstrahlung des 3. Teils, fand in einem Gemeindehaus eine öffentliche Diskussionsrunde statt mit einigen der Redakteure und Reportern, die in der Nordstadt fast ein halbes Jahr recherchiert und gedreht haben.
Die meisten Bewohner der Nordstadt sind an diesem Abend unzufrieden und sie zeigen es deutlich. Die Reporter wiederum sind um Verständnis bemüht, rechtfertigen ihre Sendung und verweisen auf den dritten Teil, der noch mehr positive Aspekte zeigen will.
Wenn ich meinen Enkelkindern eines Tages erzähle, wie ich in meiner Jugend mit meiner Schwester ein Iglu aus Schnee gebaut habe, werden sie denken, wir sind bei den Eskimos aufgewachsen.
Im Moment verhalten wir uns wie die Frösche:
Setzt man einen Frosch in einen Topf mit kochendem Wasser, springt er sofort raus.
Setzt man den Frosch aber in einen Topf mit kaltem Wasser und erhitzt den Topf dann langsam, bleibt er sitzen, bis er gekocht ist.
Langfristig werde ich dann wohl doch auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und das Auto stehen lassen. Und ich brauche wieder ein Fahrrad.
Welche Fragen bewegt die Menschheit – und welche Antworten haben kluge Köpfe darauf?
In einer Konferenz in Berlin soll das am 09. September 2006 geklärt werden. Bis dahin werden noch Fragen gesammelt, die auf der Webseite hinterlassen werden können. Einige bekannte oder unbekannte Persönlichkeiten wurden auch mit ihren Fragen gefilmt. Dabei versuchen die Organisatoren, wirklich Menschen von überall zu Wort kommen zu lassen.
Welche Fragen habt ihr?
Über sich selbst schreibt der Verein:
»dropping knowledge e.V. is a registered non-profit association duly organized under the laws of the Federal Republic of Germany. dropping knowledge’s constitutional purposes are the promotion of international understanding and the promotion of art and culture. To serve these purposes, dropping knowledge e.V. conducts the project ›dropping knowledge‹.«