{"id":76,"date":"2008-02-08T16:27:31","date_gmt":"2008-02-08T15:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenreiter.de\/wp\/2008\/02\/08\/integration-aus-sicht-von-migranten\/"},"modified":"2008-02-08T16:29:14","modified_gmt":"2008-02-08T15:29:14","slug":"integration-aus-sicht-von-migranten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenreiter.de\/wp\/2008\/02\/08\/integration-aus-sicht-von-migranten\/","title":{"rendered":"Integration aus Sicht von Migranten"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema &#187;Integration&#171; ist eigentlich kein neues. Schon in der Antike haben V&ouml;lker &uuml;berlegt, wie sie andere, zumeist besiegte V&ouml;lker in ihr Reich integrieren k&ouml;nnen. &Uuml;ber die damaligen Methoden und deren Erfolg mag man streiten. Wirklich erfolgreich war die Menschheit aber offenbar nicht, sonst w&uuml;rden wir heute nicht mehr so planlos diskutieren. <\/p>\n<p>Integration muss sowohl von den Migranten und deren Kindern und der Mehrheitsgesellschaft angestrebt werden. Beide sind in der Pflicht, von beiden Gruppen h&auml;ngt der Erfolg ab. <\/p>\n<p>Eine vorbildliche Initiative zur Unterst&uuml;tzung von Migranten ist das <a href=\"http:\/\/www.start.ghst.de\/\">START&#8211;Sch&uuml;lerstipendienprogramm<\/a> der Gemeinn&uuml;tzigen Hertie&#8211;Stiftung. <a href=\"http:\/\/www.start.ghst.de\/index.php\"><i>&#187;Begabte und engagierte Sch&uuml;ler im Alter von 14&#8211; bis 18 Jahren erhalten auf ihrem Weg zum Abitur eine finanzielle und ideelle F&ouml;rderung.&#171;<\/i><\/a>  <\/p>\n<p>Ein Essay&#8211;Wettbewerb 2005 unter aktuellen und ehemaligen Stipendiaten hat eine Reihe von <a href=\"http:\/\/www.start.ghst.de\/index.php?c=143\">lesenswerten Aufs&auml;tzen<\/a> hervorgebracht, die Integration aus Sicht von Migranten beschreiben und die vieles von dem, was ich selbst erlebt habe oder denke, enthalten. Im Gegensatz zu meinen letzten beiden Eintr&auml;gen hier sind sie positiver und optimistischer formuliert. Die Gewinner&#8211;Essays sind als PDF&#8211;Datei herunterladbar. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><s>Zwei<\/s> Drei Dinge sind mir beim Lesen durch den Kopf gegangen: <\/p>\n<p>1. Bereits junge Menschen sehen, wo die Probleme der Integration sind. Wenn sich Politiker und Beamte fragen, wo man ansetzen sollte, dort, in den Essays, findet man die Antwort(en). Meine Erfahrung zeigt mir allerdings, dass der Wille zur Integration sowohl bei Migranten als auch der Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft h&auml;ufig fehlt. Viele Migranten haben sich damit abgefunden, dass sie die gr&ouml;&szlig;te Barriere, n&auml;mlich <i>&#187;die Ablehnung seitens der &#8250;einheimischen&#8249; Deutschen&#171;<\/i> <a href=\"http:\/\/www.start.ghst.de\/inc\/login\/cms\/data\/dl_data\/c09aa2c7c1402372ea96a387de3f18c3\/5_Alumni.pdf\">(Anastasia Kluter: Das Leben mit einer Doppelidentit\u00c3\u00a4t. Die besondere Problematik der Integration von Aussiedlern, 2005, Seite 56)<\/a>, nur sehr schwer &uuml;berwinden k&ouml;nnen (oder wollen). Die m&ouml;glichen Folgen einer solchen Einstellung kann man im zitierten Essay nachlesen. <\/p>\n<p>Wenn aber selbst Jugendliche erkennen, wo man ansetzen kann und muss, warum f&auml;llt es dann denjenigen, die die Macht haben, gesellschaftliche Ver&auml;nderungen einzuleiten, so schwer, das dann auch zu tun? <\/p>\n<p>2. Wenn ich mich schon frage, warum &#187;die da oben&#171; nichts tun, muss ich mir auch die Frage gefallen lassen, was ich denn tue, um das Thema &#187;Integration&#171; in Deutschland voranzubringen. <\/p>\n<p>Tats&auml;chlich fange ich erst an, mir das Thema &#187;Integration&#171; wirklich bewusst zu machen. Als ein Mensch asiatischer Abstammung hatte ich es tats&auml;chlich in der deutschen Gesellschaft bislang eher leicht. Die meisten Menschen (hier im Westen) verkn&uuml;pfen mit Asiaten, vor allem mit Japanern und Koreanern, generell positive Eigenschaften: Sie seien fleissig, intelligent, h&ouml;flich, zur&uuml;ckhaltend, bescheiden. Die Wahrheit ist nat&uuml;rlich, dass auch Asiaten Menschen wie andere auch sind mit eben denselben St&auml;rken und Schw&auml;chen. <\/p>\n<p>Mein Beitrag zum Thema Integration ist zun&auml;chst meine &#187;Vorbildfunktion&#171; als Migrantenkind, das die Forderungen der Mehrheitsgesellschaft im Gro&szlig;en und Ganzen erf&uuml;llt. <\/p>\n<p>Bedingt durch meinen Beruf bin ich inzwischen Mitglied eines Vereins, der gr&ouml;&szlig;tenteils aus Unternehmern und Unternehmen mit Migrationshintergrund besteht. Der Verein selbst muss noch besser aufgestellt werden, bevor er dauerhaft eine ernstzunehmende Rolle in Dortmund spielen wird. Eine erste Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund ist allerdings schon f&uuml;r Mai 2008 geplant. <\/p>\n<p>Weiter werde ich mir vornehmen, in diesem Jahr verst&auml;rkt als Kooperationspartner der kommunalen Verb&auml;nde zur Verf&uuml;gung zu stehen. Letztes Jahr wurde ich gefragt, ob ich als Unternehmer bei simulierten Vorstellungsgespr&auml;che f&uuml;r Migrantenkinder aus Hauptschulen mitmachen will. Letztes Jahr war es zeitlich ung&uuml;nstig (zu sp&auml;t gefragt, zuviel zu tun), dieses Jahr will ich versuchen, den ein oder anderen Termin wahrzunehmen. <\/p>\n<p>Das alles wird die gro&szlig;e Politik wahrscheinlich auch nicht ver&auml;ndern. Aber vielleicht kann ich wenigstens mein Umfeld <s>ver&auml;ndern<\/s> verbessern. <\/p>\n<p>3. Sch&ouml;n, dass Migranten gef&ouml;rdert werden. Wo, wie und wann wird die deutsche Mehrheitsgesellschaft in Sachen Integration unterst&uuml;tzt? <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema &#187;Integration&#171; ist eigentlich kein neues. Schon in der Antike haben V&ouml;lker &uuml;berlegt, wie sie andere, zumeist besiegte V&ouml;lker in ihr Reich integrieren k&ouml;nnen. &Uuml;ber die damaligen Methoden und deren Erfolg mag man streiten. 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