Meinung und Glaube

Weil irgendwo wieder jemand den Begriff „Meinung“ meiner(!) Meinung(!) nach fahrlässig benutzt hat, frage ich mich folgendes:

Im alten Brockhaus von 1971 (17. Auflage, Band 12, S. 354) steht:

Meinung, 1) allgemein: das Fürwahrhalten eines Sachverhalts, ohne daß dieser begründet oder bewiesen ist“.

Wikipedia sagt ergänzend dazu:

„Dass der Person, die eine Meinung hat, bewusst ist, dass sie sich irren könnte, unterscheidet die Meinung vom Glauben.“

Im Brockhaus von 1969 (17. Auflage, Band 7, S. 379) steht:

Glaube [...] das Fürwahrhalten von etwas; das Überzeugtsein von der Richtigkeit eines Sachverhalts“

Und im Unterschied zur Meinung ist eine Person, die etwas glaubt, offenbar davon überzeugt, dass sie sich nicht irren könnte.

Wenn Menschen in Diskussionen also auf ihrer „Meinung“ beharren und kategorisch ausschließen, dass sie sich irren könnten, handelt es sich dann nicht eher um einen „Glauben“ als um eine „Meinung“?

Haben wir es dann gerade im Internet nicht eher mit Menschen zu tun, die ihren Glauben vertreten und verteidigen, als mit Menschen, die eine Meinung haben und sich austauschen und voneinander lernen wollen?

Verluste

(null)

Da wird deine Umhängetasche mit deiner technischen Ausstattung am HBF gestohlen.

Dein Verstand begreift sofort, und keine drei Minuten später bist du bereits bei der Polizei, um Anzeige zu erstatten.
Dein Herz hofft am nächsten Tag immer noch, dass es sich nur um ein Missverständnis handelt.

Dein Verstand ist bereits dabei, sich Gedanken über Ersatzgeräte zu machen.
Dein Herz trauert noch um liebgewonnene Begleiter.

Dein Verstand lotet bereits alternative Prozesse aus.
Dein Herz versucht sich noch mit dem veränderten Alltagsrhythmus zu arrangieren.

Dein Verstand ärgert sich über deine Sorg- und Achtlosigkeit am Bahnhof.
Dein Herz ärgert sich, dass der Dieb deine technischen Geräte zu schätzen wissen, aber alle anderen deiner treuen Wegbegleiter ohne mit der Wimper zu zucken entsorgen wird.

Der finanzielle Verlust ist schon beachtlich. Das Material ist aber größtenteils ersetz- und wieder herstellbar. Emotional wird mich der Verlust wohl etwas länger beschäftigen. Auch dahingehend, was im Leben wirklich wichtig ist und was ich wirklich brauche.

Kleiner Trost: Ausweise, Schlüssel, Geld, Karten und privates Handy sind nicht vom Diebstahl betroffen.