Dortmund, Nordstadt

Als wir unser kleines Unternehmen nach Dortmund in die Nordstadt verlagerten, hab ich am Anfang nicht viel Gutes über die Nordstadt gehört. Zuviel Kriminalität, zuviel Drogen, zuviel Prostitution, zuviele Arbeitslose, zuviele Ausländer. Von den ersten drei Punkten habe ich noch nicht viel mitbekommen. Das mag auch daran liegen, dass wir nicht im Herzen der Nordstadt arbeiten, sondern am westlichen Rand der Nordstadt, nah am Dortmunder Hafen.

Ab Mittwoch widmet sich das ZDF in einer dreiteiligen Dokumentation ausschließlich der Dortmunder Nordstadt und ihren Bewohnern und zeigt ihren Alltag. Die Themen Zuwanderung und Integration stehen hierbei besonders im Mittelpunkt. Als jemand, der in vielerlei Hinsicht von diesen Themen betroffen ist, bin ich gespannt, welches Bild und welche Erkenntnisse die Dokumentation vermitteln wird.

Ein Fernsehteam hat auch bei uns kurz vorbeigeschaut, als es einen Mitarbeiter vom Entwicklungszentrum für berufliche Qualifikation und Integration bei seiner Arbeit filmte. Mal sehen, ob ich mich darüber freuen werde oder nicht. Falls wir überhaupt vorkommen werden, denn das konnte uns der Mann vom EWZ leider nicht sagen. Immerhin werde ich über die Dortmunder Nordstadt selbst wahrscheinlich (hoffentlich) mehr erfahren als nach mehr als einem Jahr Arbeit hier.

P.S. Ich bin anscheinend nicht der einzige, der schon ganz gespannt ist auf die Dokumentation. Ein Mitarbeiter der Dortmunder Wirtschaftsförderung erwähnte die Dokumentation am Telefon, und auch unser Vermieter erzählte, dass ein Fernsehteam an der Schule seiner Frau war. ^^

[ZDF, Rap, Koran und Oma-Bonke
Folge 1: Mittwoch, 07. November, 22:15 Uhr
Folge 2: Donnerstag, 08. November, 22:15 Uhr
Folge 3: Freitag, 09. November, 22:35 Uhr
]

DerWesten

Die Frage, was passiert, wenn eine Bloggerin die Internetpräsenz einer Zeitung neu erschaffen soll, ist seit Montag geklärt: DerWesten, das neue Internet–Portal der WAZ ist online.

Mein erster Eindruck: Es gibt viel zu entdecken. Und, wie in Zeiten von Web 2.0 auch üblich, gibt es auch eine Reihe von Möglichkeiten, sich als Leser aktiv zu beteiligen. Quasi an seinem lokalen/regionalen Portal zu basteln, es inhaltlich mitzugestalten. Das find ich imponierend. Meinen Respekt für das Konzept, für die Arbeit und für den Willen und für den Mut, das Portal auch in dieser Form umzusetzen.

Große Plakate in der Stadt hatten das Portal bereits angekündigt, SPIEGEL online hat schon vorab einen hilfreichen Überblick über das Portal gegeben. Bleibt nur noch, selbst mal auf Erkundungstour zu gehen. Auf einige Fehler muss man wohl noch gefasst sein (Kinderkrankheiten, z.B. erhielt ich eine Fehlermeldung, als ich in der Community das Forum aufrufen wollte). Aber ich denke, das bekommen die noch hin.

Überhaupt die Community: Scheinbar für jedermann offen (wie offen, muss ich noch sehen) sind dort Profile von Nutzern und Redakteuren zu lesen mit ihren Blogeinträgen und Bildern. Die Verlinkung untereinander (wer ist der Freund von wem) ist ebenfalls möglich. Schaut man in die Profile der Redakteure rein, spürt man ihre Begeisterung und ihren Elan. Die gute Laune ist ansteckend und versprüht einen Pioniergeist, selbst aktiv zu werden, z.B. auf Westropolis.

Interessant ist die Präsentation von Vereinen. In Verbindung mit dem Geo–Tagging eine interessante Möglichkeit, sich potenziellen Neumitgliedern vorzustellen und bereits eingetragene Mitglieder auf dem Laufenden zu halten. Das erleichtert auch Zugereisten, schnell Anschluss zu finden. Überhaupt bietet das Portal hier im Pott das Potenzial, zum ständigen Wohnortführer zu werden. Das wird Schule machen.

^^

Real life

Ein Blick in meinen Blogroll, und ich bemerke, dass ich offenbar noch länger nicht mehr in der Blogospähre unterwegs war als ich gefühlsmäßig gedacht habe.

Ich staune. Mit offenem Mund. Ehrlich, mir scheint, als ob das wahre Leben im Moment woanders stattfindet.

o_O